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13.10.2026 · Anwendungsbeispiele aus der Branche · Technisches Team GOOGIO

Flüssig-Silikon-Schaum im New-Energy-Fahrzeug

Temperaturbeständigkeit, Alterungsbeständigkeit, Dichtung und Dämpfung – vier Gründe für Flüssig-Silikon-Schaum im E-Fahrzeug. Konkret kommt er in fünf Systemen zum Einsatz.

Flüssig-Silikon-Schaum

1. Batteriesystem

Der Akkupack stellt die höchsten Anforderungen an Dichtung, Wärmedämmung und Sicherheit. Der Schaum wird an drei Stellen eingesetzt.

  • Batteriepack-Dichtung: Füllt den Spalt zwischen Deckel und Gehäuse, bildet eine IP67/IP68-Barriere gegen Wasser und Staub und verhindert zugleich das Austreten von Elektrolyt. Versagt diese Barriere, dringt Feuchtigkeit ein oder es kommt zum internen Kurzschluss.
  • Puffer zwischen den Zellen: Wird zwischen den Zellen sowie zwischen Zellen und Gehäuse angebracht und absorbiert Vibrationen und Stöße im Fahrbetrieb. In der Frühphase eines thermischen Durchgehens verzögert er die Wärmeausbreitung und verschafft den Insassen Zeit zur Evakuierung.
  • Abdichtung von Hoch- und Niederspannungs-Kabelbäumen: Ummantelt Kabelanschlüsse, hält Feuchtigkeit und Staub fern und beugt elektrischen Kurzschlüssen vor.

2. Elektrisches Antriebssystem

Das integrierte Modul aus Motor, Steuerung und Getriebe arbeitet mit hohen Temperaturen und starken Vibrationen. Der Schaum löst zwei Aufgaben.

  • Gehäuseabdichtung: Dichtet die Fügeflächen von Motorlagerdeckel und Steuerungsgehäuse ab, verhindert das Austreten von Ethylenglykol-Kühlmittel und hält zugleich Fremdpartikel fern.
  • Dämpfung und Geräuschreduzierung: Wird an den Verbindungsstellen zwischen Antriebsmodul und Karosserie eingelegt, absorbiert die Motorvibrationen und reduziert die Übertragung in den Innenraum.

3. Ladesystem

  • Ladeanschluss-Dichtung: Füllt die Spalten des Ladeanschlussgehäuses und erreicht Schutzart IP6K9K – das bedeutet, auch direktes Abspritzen mit dem Hochdruckreiniger ist unproblematisch. Wassereintritt und Kurzschluss bei Regen oder auf schlammigen Straßen werden vermieden.
  • Wärmedämmung und Pufferung der Module: Wird auf die Gehäuse von On-Board-Charger (OBC) und DC-DC-Wandler geklebt, hält die Betriebswärme von der Umgebung fern und dämpft zugleich Fahrzeugvibrationen.

4. Thermomanagement-System

  • Dichtung der Kühlleitungsanschlüsse: Wird an den Verbindungen der Kühlleitungen von Batterie und Motor eingesetzt und kann herkömmliche Gummidichtungen ersetzen. Der breite Temperaturbereich von −40 °C bis 150 °C wird zuverlässig abgedeckt, Kühlmittel tritt kaum aus.
  • Abdichtung der Wärmepumpen-Klimaanlage: Dichtet Verdampfer- und Kondensatorgehäuse ab, verhindert Kältemittelaustritt, reduziert Energieverluste beim Wärmeaustausch und steigert die Klimaeffizienz.

5. Innenraum und Karosserie

  • Fenster-/Schiebedach-Dichtung: Ersetzt bei einigen Premiummodellen herkömmlichen EPDM-Schaum und dichtet Fensterführungen sowie Schiebedach-Ablaufrinnen ab. Schalldämmung (weniger Windgeräusche) und Wasserdichtigkeit werden kombiniert, und auch bei langem Einsatz bleibt das Material formstabil.
  • Strukturpuffer der Karosserie: Füllt Spalten von Türen, Fahrwerk und anderen Metallteilen, absorbiert Strukturvibrationen im Fahrbetrieb und hält Lärm und Wärme draußen.

Vom Batteriepack bis zur Tür deckt Flüssig-Silikon-Schaum alle Stellen im E-Fahrzeug ab, an denen Dichtung, Dämpfung und Wärmedämmung gefragt sind. Je höher der Elektrifizierungsgrad, desto deutlicher sein Nutzen – schwerere Batterien, dichtere Wärmequellen und höhere Ansprüche an die Geräuscharmut sind Herausforderungen, die es bei Verbrennern so nicht gibt.

Für Anlagenhersteller stellt dieses Material auch direkte Anforderungen an die Dosiergenauigkeit: Zu wenig Material bedeutet unzureichende Abdichtung, zu viel läuft auf umliegende Bauteile über. Eine stabile Mischungsgenauigkeit von ±0,5 % ist eine der Hürden für die Serienfertigung.

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